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hkplastic11708. Februar 2017, von Gary Stokes

Das Plastik-Zeitalter ist da, die Auswirkungen unserer Besessenheit von diesem unheimlichen und unzerstörbaren Material fallen nun auf uns zurück, um uns zu verfolgen. Wer auch immer es für eine gute Idee hielt, das langlebigste aller Materialien für Einweggegenstände zu verwenden, hat die Menschheit verdammt. Es sei denn, wir schaffen die Wende und ändern unseren bequemen Wegwerf-Lebensstil.

Wir leben in einer Welt, in der wir sehen, wie Supermärkte die natürliche Verpackung von Lebensmitteln entfernen, um sie durch Schaumstoffnetze (Schaumstoff = ölbasiertes Styropor) zu ersetzen, auf einer Styroporschale zu platzieren sowie mit durchsichtiger Plastikfolie zu umwickeln, um sie exklusiver und wertvoller aussehen zu lassen und dadurch einen höheren Preis verlangen zu können. Wir kaufen Coffee to go in einem der vielen Cafés in der Nachbarschaft, der sich in einem Pappbecher befindet, welcher eine Kunststoffauskleidung enthält, einen Plastikdeckel und manchmal sogar einen Plastik-“Stöpsel“ im Trinkloch hat, um unschönes Verschütten zu verhindern. McDonald‘s verkauft seine Softdrinks nun in denselben mit Plastik ausgekleideten Bechern, mit einem Plastikdeckel sowie einem Plastikstrohhalm. Hier in Hongkong werden diese Becher dann sogar noch in einer Plastiktüte verpackt, um ihren Transport zu „erleichtern“!

Zu den am häufigsten an unseren Stränden gefundenen Gegenständen gehören Plastikflaschen, Einweg-Plastikfeuerzeuge, Plastiktüten sowie Plastikstrohhalme, Styroporverpackungen und Take-away-Essenscontainer, um nur einige zu nennen.

Was haben wir so falsch gemacht?

Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind mit meiner Mutter ins Lebensmittelgeschäft ging. Bevor wir das Haus verließen, sagte sie immer zu mir: „Nimm die Einkaufstaschen mit“. Wir gingen die Straße entlang zum Obst- und Gemüseladen, wo wir unser Obst und Gemüse aus Holzkisten aussuchten und in unsere Einkaufstasche steckten. Kein Plastik in Sicht.

Ich sage immer, wenn wir die Lösung für unsere Plastik-Probleme finden wollen, müssen wir nur zurück in die 70er Jahre blicken und uns erinnern, wie wir damals lebten.

Ich habe kürzlich, gemeinsam mit meinem Bruder, eine Kampagne in Hongkong gestartet. Sie heißt „Last Straw Movement“. Unsere Mission hierbei ist es, auf Veranstaltungsorte zuzugehen und sie zu bitten, auf Papierstrohhalme umzusteigen. Als ich jung war, nutzten wir Strohhalme aus Papier und sie hatten ihre Probleme. Sie wurden weich und gaben nach. Plastik war hier eine großartige Lösung, dachten wir damals alle. Doch nun, wo McDonald‘s alleine bereits 500 Millionen Strohhalme weltweit an nur einem Tag verbraucht, wird diese Lösung zum Problem. Unser Lösungskonzept war, einen Papierstrohhalm aus einer nachhaltigen Quelle zu entwickeln, der sich innerhalb weniger Tage/Wochen biologisch abbaut.

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Wir predigen „Nein zu Strohhalmen“ zu sagen. Diejenigen, die dies einfach nicht können, bitten wir zumindest Glas- oder Metallstrohhalme, oder im besten Fall welche aus Papier, zu benutzen. Nur kein Plastik, welches noch in 400 Jahren auf dieser Erde sein wird, nur für einen 15-minütigen Drink. Um dies mal in Kontext zu bringen: Shakespeare ist vor 400 Jahren gestorben. Hätte er einen Plastikstrohhalm benutzt, wäre dieser noch immer hier. Genau genommen existiert beinahe jedes jemals hergestellte Stück Plastik noch irgendwo auf dem Planeten!

Es sind einfache Änderungen in unserem täglichen Lebensstil, die einen großen Unterschied machen. Trage eine Metall-Wasserflasche bei dir, die du nachfüllst, anstatt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen (wir verkaufen solche Flaschen in unserem Online-Shop). Das alleine macht schon einen gewaltigen Unterschied. Sag Nein zu Strohhalmen und – ein weiterer großer Unterschied – trage eine Einkaufstasche bei dir und kaufe mit Bedacht. Versuche überflüssige Plastikverpackungen zu meiden. Das ist nicht einfach, aber damit, wofür du dein Geld ausgibst, sendest du ein Signal an Firmen, die darauf bestehen, ihre Ware in Plastik zu verpacken.

hk317Ich wurde auf die Plastik-Krise an unseren Stränden aufmerksam, als 2012 sechs Container voll mit vorgefertigten Plastikpellets (aka Kunststoffgranulat) 150 Tonnen dieses Rohmaterials auf unseren Stränden in Hongkong verteilten. Wir leiteten gemeinsam mit der Regierung von Hongkong die Reinigung der Strände und konnten so 110 Tonnen wieder aus der Umwelt entfernen. Dies ist auch in dem kürzlich erschienenen Film „A Plastic Ocean“ zu sehen. Ich empfehle jedem, diesen Film zu sehen und ihn mit Freunden zu teilen. Er ist auf iTunes verfügbar. Sir David Attenborough bezeichnete ihn als „den wichtigsten Film unserer Zeit!“

Vor kurzem lancierte Sky News in Großbritannien eine einjährige Kampagne mit dem Namen „Ocean Rescue“, welche mit Liveübertragungen von Stränden in Hongkong, Mumbai sowie weiteren Hot Spots auf der Welt, startete. Es ist möglich, dieses Problem zu beheben, aber es braucht Veränderungen im Verhalten jedes Einzelnen. Denke niemals, dass dein Beitrag nichts bewirkt. Jedes einzelne gestoppte Stück Plastik macht einen Unterschied.

Plastikverschmutzung ist nicht nur unansehnlich, sie tötet weltweit das Leben im Meer. Plastik zerfällt im Ozean zu kleineren Teilchen, die wir als Mikroplastik kennen. Diese werden häufig von Fischen, Meeressäugern, Schildkröten und Seevögeln mit Futter verwechselt. Das Plastik nimmt Toxine aus dem Wasser auf und überträgt diese auch ins Fleisch der Tiere, wenn sie es fressen. In vielen Fällen werden diese Tiere dann von uns gegessen. Diese Toxine werden unsere Gesundheit negativ beeinflussen.

Die Zeit für eine Plastik-Revolution ist gekommen. Wirst du dich der Bewegung anschließen, um Einwegplastik zu entfernen?

1. Trage deine eigene Wasserflasche bei dir.
2. Trage deine eigene Einkaufstasche bei dir.
3. Sag Nein zu Trinkhalmen oder benutze wiederverwendbare oder biologisch abbaubare Halme.
4. Vermeide unnötige Verpackungen bei Lebensmitteln.
5. Schreibe die Firmen, die dein Lieblingsessen produzieren, an, und bitte sie, kein Plastik mehr zu verwenden.
6. Sprich mit dem Leiter deines örtlichen Supermarktes und lasse ihn wissen, dass du loses Obst und Gemüse bevorzugen würdest.
7. Bestelle Essen zum Mitnehmen bei verantwortungsvollen Restaurants, die biologisch abbaubare Verpackungen nutzen, oder – noch besser – iss dein Essen im Restaurant und produziere hiermit keinen Abfall.
8. Falls du oft in deinem Büro oder unterwegs isst, habe dein eigenes Besteck bei dir.
9. Vermeide Styropor um jeden Preis.
10. Schließe dich einer örtlichen Strand- oder Flussreinigungsaktion an.
11. Sei ein Vorbild für deine Mitmenschen.
12. Schau dir den Film „A Plastic Ocean“ an.

Unsere nachfolgenden Generationen werden es dir danken!

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