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ital128. August 2017: Andrea Morello, Leiter von Sea Shepherd Italien, schreibt über das tägliche direkte Handeln, welches jeder von uns, sogar ein kleiner Junge, jeden Tag vornehmen kann, um die Ozeane und ihre Bewohner zu retten.

Bei einem Ausflug nach Syrakus, mit Patrizia Maiorca, konnte ich das Schlüpfen Unechter Karettschildkröten beobachten. Und dies, dank der Hilfe eines kleinen Kindes, das das Nest am Strand von Arnella zuvor gemeldet hatte. Wir konnten das Nest ausfindig machen, weil dieses Kind und sein Vater sich entschlossen hatten,
nicht nur dabei zuzusehen, wie diese Babyschildkröten, welche am helllichten Tag unter der glühenden Sonne geschlüpft waren und das Meer nicht mehr finden konnten. Stattdessen handelten sie, um das Leben der Schildkröten zu retten und konnten nun das Ergebnis ihrer Bemühungen sehen.

So konnten wir in der Nacht das Nest unter fest zusammengepresstem Sand ausfindig machen, welcher von darüber laufenden Menschen und einer Planiermaschine gefestigt wurde, die mehrmals über das Nest fuhr, um den Strand für Touristen zu glätten. Als ob sie spüren konnten, dass sie nun geschützt waren, schlüpften 15 wundervolle Babyschildkröten aus diesem Sand und machten sich direkt auf den Weg zum Meer. Sie hatten zwischen all den Strandliegen überlebt und sie hatten ebenfalls all die Nachtlichter überlebt, welche sie so lange von ihrem natürlichen Weg abgebracht hätten, bis sie an Land verendet wären. In dieser Nacht hat die Handlung des kleinen Kindes den entscheidenden Unterschied gemacht.

Volunteers vom Landteam und Mitarbeiter der Zoologischen Station Neapel während der Kampagne JAIRO MEDITERRANEO. Foto: Sea Shepherd Italien
Und genau das ist es, was Sea Shepherd darstellt: Handlungen, die einen Unterschied machen.

Jeden Tag, wenn die Morgendämmerung anbricht, verlassen 25 Menschen auf der SAM SIMON den Hafen von La Spezia, um die Gewässer des südlichen Tyrrhenischen Meeres zu patrouillieren und das Meer und seine Bewohner zu beschützen. Sie handeln unter der Flagge, welche am Schiffsbug weht: dem Jolly Roger.

7:20 Uhr: Erste Sichtungen. Eine Lockboje, ein sogenanntes Fish Aggregation Device (FAD) wird entdeckt. Dabei handelt es sich um schwimmende Plattformen, die u.a. aus Plastikteilen bestehen, die mit Nylonseilen zusammengebunden sind und von schweren Gewichten tief am Meeresgrund gehalten werden. Wir beginnen damit, sie zu erfassen und im GPS abzubilden, ein FAD nach dem anderen, zwei, fünf, dutzende. FADs stellen eine wahre Gefahr dar, besonders für Schildkröten, die sich in ihnen verheddern und sich nicht selbst befreien können und somit zum Tode verurteilt sind.

Eine Babykarettschildkröte erreicht sicher das Meer. Foto: Sea Shepherd Italien.
Die Aktion des Jungen in Sirakus, zusammen mit den Aktionen der 25 Volunteers aus sechs verschiedenen Ländern in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Meeresschutz in Catania, welche diese Patrouillen koordinierte, zeigte bereits in den ersten vier Tagen Erfolge:

3.500 Meter Nylonseile (dünn) konnten aus dem Meer geholt werden, 1.500 Meter Angelschnur (dick) ohne Haken konnte aus dem Mittelmeer gezogen werden, 29 Illegale FADs und zahllose Plastikflaschen, Ballons, Dosen, welche noch immer Farbe enthielten, sowie mit Schadstoffen befüllte Treibstoffkanister befinden sich nun an Bord der SAM SIMON.

Die illegalen FADs gefährden sowohl das Leben im Mittelmeer als auch die lokale, legale Fischerei. Der lokale Managementplan für die Liparischen Inseln reguliert die Nutzung von FADs: „In der zu regulierenden Zone sollen besondere Areale bestimmt werden, in denen die FADs verankert werden können. Ihre Anzahl (max. 20) sowie die Standorte und der Zweck müssen vorher festgelegt werden. Sie sollen Fischern per Los zugeteilt werden und ihre Initialen zur Identifizierung enthalten. Die FADs sollen zudem erst ab dem 15. September ausgelegt werden, und das Fischen der Gemeinen Goldmakrele erst am 30. Oktober beginnen, um den frühzeitigen Fängen der Gemeinen Goldmakrele vorzubeugen.“ Die Tatsache, dass die besagten FADs weder zugeordnet noch nachverfolgt werden konnten, macht sie zu Teilen der illegalen, unregulierten und undokumentierten Fischerei (IUU-Fischerei).

Sea Shepherd kämpft gegen IUU-Fischerei, gegen die Benutzung von Plastik und gegen illegale Fischereinetze, mit Hilfe von zehn Schiffen auf fast allen Meeren unseres Planeten. Trotzdem bleibt das wichtigste Mittel die Leidenschaft; die Leidenschaft Einzelner, welche dazu führt, bei illegalen Handlungen nicht einfach wegzusehen, sondern sie mit direktem Eingreifen zu bekämpfen.

Die SAM SIMON holt ein illegales FAD aus dem Mittelmeer. Foto: Sea Shepherd Italien
Millionen Tonnen von Plastik landen jedes Jahr im Ozean. Milliarden von Fischen werden illegal gefangen und durch einen Umschlaghandel, dessen Ausmaß wir uns kaum vorstellen können, wieder in unsere Märkte eingeführt. Selbst Regierungen, wie die Japans, erlauben weitere Expeditionen in das Antarktische Walschutzgebiet, um dort Wale zu jagen und verstoßen damit gegen internationale Gesetze und Urteile des Internationalen Gerichtshofs.

Trotz der aktuellen Anzahl illegaler Handlungen auf See und den erschreckenden Zahlen auf globaler Ebene, welche sich auf die Zerstörung beziehen, die unsere Zivilisation verursacht und vor der viele die Augen verschließen, gibt es eine stets wachsende Gruppe von Menschen auf See und an Land, welche mit Kameras, Leidenschaft und Zusammenhalt ausgestattet sind und die jeden Tag für das Wichtigste kämpfen, was es gibt: Leben.

Inspiriert von 40 Jahren direkten Eingreifens durch unseren Gründer Captain Paul Watson und durch die Volunteers aus aller Welt, an Land und auf See, welche nicht einfach wegsehen, begibt sich die SAM SIMON heute wieder auf See, um in Zusammenarbeit mit Behörden und Regierungen, die Meere zu verteidigen, zu schützen und zu erhalten und die illegale Fischerei und ihre Grausamkeit und Verschmutzung zu beseitigen und nur Rücksicht und Respekt für alles Leben zurückzulassen.

ital5
Vier Jahre sind seit dem 31. Mai 2013 vergangen, als Jairo Mora Sandoval mit nur 26 Jahren ermordet wurde. „Jairo war ein junger Umweltschützer aus Costa Rica, der auf grausame Weise von Wilderern umgebracht wurde, während er tat, was er am meisten liebte: nistende Meeresschildkröten beschützen“, erinnert sich Captain Paul Watson, in einem langen Kommentar über den Aktivisten. „Die Wilderer töteten den Aktivisten, indem sie ihn erstickend im Sand liegen ließen, bevor sie ihm in den Kopf schossen. Nur wenige Tage vor seinem Tod bat Jairo die Regierung Costa Ricas um Hilfe, diese lehnte jedoch ab. Kurz darauf verlor er sein Leben und der Druck der Öffentlichkeit war der einzige Grund für die Festnahme der Wilderer. Sie wurden auf Grund mangelnder Beweise freigelassen. Die Wilderer kamen nur zurück ins Gefängnis, weil die öffentliche Meinung darauf bestand. Nur wenigen von ihnen wurde eine bestimmte Strafe auferlegt.“ Die Sea Shepherd Conservation Society startete OPERATION JAIRO mit dem Ziel, Meeresschildkröten in seinem Namen zu schützen. Auch Sea Shepherd Italien möchte Jairo mit OPERATION JAIRO MEDITERRANEO ehren und hat begonnen entlang der Küste von Cilento die Nester der Unechten Karettschildkröten zu beschützen. Direkte Aktionen werden von den Volunteers Sea Shepherd Italiens für die Schildkröten in Gedenken an Jairo unternommen, damit sein Opfer in Handlungen vieler auf allen Weltmeeren umgewandelt werden kann.




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Event-Vorschau

  • 9.12.17 | Sea Shepherd @3. Int. Tattoo Con Innsbruck
  • 2.12.17 | Sea Shepherd@ Vinegar Hill CD Release Leoben

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