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hongkong palmoil111. August 2017:  In der Nacht zum 3. August kollidierten südlich von Hongkong nahe dem Mündungsgebiet des Perlflusses zwei Schiffe. Dabei gelangten mehrere Tonnen Palmöl ins Meer. Der Südostasiendirektor von Sea Shepherd Global, Gary Stokes, ist vor Ort und berichtet, dass Freiwillige versuchen die Strände von der weißen klebrigen Masse zu säubern, während die Regierung untätig ist.


In der Nacht zum 3. August kollidierten südlich von Hongkong nahe dem Mündungsgebiet des Perlflusses zwei Schiffe. Laut Informationen der Tradewinds News stießen der japanische GMS-Chemikalientanker GLOBAL APOLLON und das Containerschiff KOTA GANTENG der Pacific International Lines (PIL) zusammen, nähere Einzelheiten sind jedoch kaum bekannt. Auch über das Ausmaß der Schäden an den Schiffen gibt es keine Informationen, die KOTA GANTENG konnte allerdings ihren Weg nach Singapur fortsetzen. Die GLOBAL APOLLON verbleibt nahe der chinesischen Guishan Islands südwestlich von den zu Hongkong gehörenden Soko Islands vor Anker.

Die GLOBAL APOLLON hatte 9.000 Tonnen unverarbeitetes Palmöl geladen. Ein erheblicher Teil davon, die genaue Menge ist unbekannt, gelangte bei der Kollision ins Meer. Die Behörden von Guangzhou sandten neun Schiffe zur Hilfe aus. Hongkongs Regierung hingegen vermeldet, dass sie erst am Samstag, den 5. August 2017 von der Ölkatastrophe Kenntnis erhielt – zu diesem Zeitpunkt wurden bereits große Mengen Palmöl an den südlichen Stränden Hongkongs angespült.

Der Tanker GLOBAL APOLLON und das Containerschiff KOTA GANTENG kollidierten am 3. August Fotos: MarineTraffic.com
Sea Shepherd erfuhr am Sonntag von der Katastrophe, nachdem besorgte Einwohner nachgefragt hatten, worum es sich bei der weißen klebrigen Masse handele und ob sie gesundheitsgefährdend sei. Die Regierung Hongkongs hatte bis dahin an den offiziellen Badestränden nur durch sehr kleine Aushänge (DIN A4) informiert, aber hat bis zum heutigen Tag noch keine ernsthafte öffentliche Warnung ausgesprochen. Tatsächlich hat der neu ernannte Staatssekretär für Umweltfragen Tse Chin-wan verkündet, dass alles unter Kontrolle sei und keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit bestehe.

Dem widersprachen besorgte Einwohner, als das Ausmaß der Verschmutzung der Strände deutlich wurde. Da die Regierung ihrer Aufgabe nicht nachkommt, schlossen sich Freiwillige zusammen, um die Strände zu säubern. Nachdem im Jahr 2012 ein Schiff sechs Container während eines Taifuns verloren hatte, waren die Strände Hongkongs mit Massen kleiner Plastikkügelchen bedeckt. Da der Bevölkerung Hongkongs bewusst ist, dass eine Katastrophe solchen Ausmaßes jede Regierung vor eine immense Herausforderung stellt, sind die Einwohner gerne bereit zu helfen.

Familien an Hongkongs von der Palmölpest betroffenen Stränden Foto von Andy Stokes/Sea Shepherd
Am 8. August 2017 schrieb Gary Stokes, Südostasiendirektor von Sea Shepherd Global, einen offenen Brief an den Leiter der Hafenbehörde und an andere Regierungsabteilungen um Unterstützung anzubieten, ähnlich der Hilfe, die 2012 geleistet wurde. Bis zum heutigen Tag gab es darauf bis auf „vielen Dank, wir melden uns“ keine weitere Reaktion.

Während einer Patrouille der AMBERJACK dokumentierte Sea Shepherd, dass Fische sich fast wie in einem Rauschzustand auf die Palmölklumpen stürzten. Es ist bisher noch völlig unklar, wie sich dies auf die Fische auswirkt. Allerdings wurden deutlich mehr tote Fische am Strand angespült.

Palmöl an sich ist nicht gesundheitsgefährdend für den Menschen, problematisch sind die darauf wachsenden Bakterien. Palmöl hat einen Schmelzpunkt von 35 ºC, verbleibt also im Wasser in festem Zustand. An den Stränden und Felsen der Küsten hingegen schmilzt es, sickert bis zu 10 cm tief in den Sand ein, kühlt dabei ab und wird wieder fest. Es dauert ungefähr einen Monat, bis das Palmöl abgebaut ist. Währenddessen gelangen große Mengen wieder zurück ins Meer, wo sich ein Ölteppich bildet: Der Sauerstoffgehalt des Wassers wird verringert, wie es auch bei Algenblüte der Fall ist.

Fische fressen an Palmölklumpen in den Gewässern Hongkongs Foto: Andy Stokes/Sea Shepherd
In Großbritannien wurden bei ähnlichen Umweltkatastrophen von der Regierung öffentliche Warnungen ausgesprochen: Kleine Kinder und Hunde sollten den Stränden fernbleiben. In Hongkong hingegen sieht man Kinder an den mit Palmöl verseuchten Stränden spielen. Die Eltern entgegnen, dass die Regierung die Situation als "absolut ungefährlich" eingestuft hat.

Die traurige Wirklichkeit ist, dass unser Verlangen nach Palmöl die Regenwälder in Indonesien und Malaysia zerstört. Viele Knabberartikel und Süßigkeiten enthalten Palmöl. Es ist ein zweifacher Schlag für die Umwelt. Der Anbau von Palmöl zerstört den Lebensraum der Tiere im Regenwald, und nun verschmutzt eben dieses Palmöl auch noch den marinen Lebensraum und bedroht die Tierwelt vor Hongkongs Küsten.

Das Palmöl wurde von der Regierung als unbedenklich eingestuft, Experten widersprechen Foto: Andy Stokes/Sea Shepherd
Freiwillige aus ganz Hongkong versammeln sich weiterhin, um die Strände zu säubern. Besonders schwer ist die Insel Lamma betroffen. Bei einem Unglück wie diesem kommt es auf die Helden des Alltags an, die nicht die Augen verschließen und handeln. Unsere besondere Anerkennung möchten wir neben vielen anderen Robert Lockyer, Keilem Ng und Julia Leung aussprechen, die jeden Tag unermüdlich an den Stränden im Einsatz sind und Freiwillige koordinieren.

Einen Bericht von Al Jazeera mit Gary Stokes findest du hier:






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